Therapie Egliswil

Die Einrichtung bietet ein ärztlich geleitetes Therapieprogramm für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene mit Sucht- und anderen psychosozialen Problemen an. Es werden auch Paare aufgenommen.
Unser Angebot will Menschen mit Abhängigkeitserkankungen einen Ausweg aus der Sucht aufzeigen und ihnen helfen, eine möglichst selbständige und lebensbejahende Zukunft aufzubauen. Wir verstehen diesen Prozess als einen Weg, der gemeinsam mit uns und den Betroffenen geplant und gestaltet wird.
Die Patienten und Patientinnen werden von einem erfahrenen Team aus den Bereichen Medizin, Psychotherapie, Sozialpädagogik und Arbeitsagogik sowie externen Fachleuten (Berufsberater etc.) unterstützt und begleitet.

Leitung:

  • Dr. med. Dieter Steubing, Facharzt Psychiatrie u. Psychotherapie, Chefarzt
  • Marco Wagner, Sozialpädagoge HFS, Betriebsleiter

 

Angebot

Die Therapie Egliswil verfügt über 24 Plätze in Einzelzimmern verteilt auf sieben Wohngruppen. Dazu gibt es verschiedene Arbeitsbereiche, Kreativ- und Freizeiträume, Sauna, Garten, Volleyballfeld etc. Die Lage ist ländlich in unmittelbarer Nähe zum Hallwilersee. Mit dem öffentlichen Bus sind wir sehr gut erreichbar (15 Min. vom Bahnhof Lenzburg).

Fachärztliche Begleitung

Die Therapien werden durch unseren Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie eng begleitet und bei Notwendigkeit medikamentös unterstützt. Es werden auch Substitutionsbehandlungen mit Subutex oder Methadon durchgeführt. Bei einer ADHS-Diagnose werden die betroffenen Patienten sorgfältig therapeutisch begleitet und allenfalls auf geeignete Medikamente eingestellt.

Einzel- und Gruppenpsychotherapie

Das psychotherapeutische Angebot umfasst Einzel- und Gruppentherapie und ist lösungs- und ressourcenorientiert. Bei Bedarf werden auch Paar- und Familiengespräche durchgeführt. Durch die verschiedenen psychotherapeutischen Angebote soll dem Einzelnen ermöglicht werden, die Wechselwirkungen zwischen seinen lebensgeschichtlichen Erfahrungen und seiner aktuellen Situation zu ergründen und zu verstehen. Durch diesen Lernprozess wird es möglich, ungünstige oder destruktive Verhaltensmuster abzulegen und neue, der jeweiligen Lebenssituation entsprechende Verhaltensweisen zu entwickeln und im Alltag umzusetzen.

Die Wohngruppen

Alle Patienten und Patientinnen leben in einer Wohngruppe von jeweils 3 Personen. Für Männer und Frauen gibt es separate Wohnungen. Auf den Wohngruppen wird der Alltag (einkaufen, kochen, putzen etc.) teilweise gemeinsam gestaltet. Die Wohngruppen werden durch einen Milieutherapeuten oder eine Milieutherapeutin betreut.

Arbeits- und Ergotherapie

Ein wichtiger Bestandteil des stationären Programms ist die Arbeits- und Ergotherapie an einem der Arbeitsplätze der Klinik. Die Arbeitsplätze sind so gestaltet, dass sie eine möglichst realitätsnahe Arbeitssituation darstellen, wo das Erbringen einer Leistung als etwas sinnvolles und befriedigendes erlebt werden kann.
Es bestehen folgende Arbeitsmöglichkeiten innerhalb des stationären Rahmens:

  • Küche (kochen und backen)
  • Garten- und Hausunterhalt (Unterhalts- und Reinigungsarbeiten)
  • Schreinerei (Innenausbau, Möbel herstellen und renovieren usw.)
  • Atelier (Kreative Arbeiten mit verschiedenen Materialien)

Bewegung und Sport

Regelmässige sportliche Betätigung erachten wir als wichtig, um die körperliche Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Das Angebot reicht von täglichen Spaziergängen bis zu wöchentlichen Sportmöglichkeiten wie schwimmen, Volleyball, Badminton, Klettern an der Kletterwand, Fussball etc.

Freizeitgestaltung

Wir unterstützen die aktive Freizeitgestaltung. Die drei Häuser am Standort Egliswil bieten deshalb viele Freizeitmöglichkeiten: Fitness- und Kraftraum, Tischtennis, Billard, Musikraum, Volleyball usw

Neben der Gestaltung der Freizeit im Haus ist es uns ein grosses Anliegen, den Patienten und Patientinnen sobald als möglich eine aktive Freizeitgestaltung ausserhalb der Klinik zu ermöglichen. Dies beinhaltet zum Beispiel den Besuch eines Sport- oder anderen Clubs, die Teilnahme an Bildungs- oder Kreativkursen an einer Volkshoch- oder Klubschule etc. Die Freizeitgestaltung ausserhalb der Klinik dient auch der Pflege von sozialen Beziehungen.

Kontakte nach Aussen

Grundsätzlich unterstützen wir alle positiven Kontakt- und Beziehungsmöglichkeiten, die ein Patient / eine Patientin ausserhalb zur Verfügung hat. Dies schliesst Familienmitglieder, eigene Kinder, Lebenspartner, Freunde/Freundinnen und/oder Berufskollegen mit ein.

 

Therapiekonzept

Unser integratives und prozessorientiertes Therapiemodell geht davon aus, dass vielen Schwierigkeiten und Symptomen im psychosozialen Bereich (z.B. Abhängigkeit von Suchtmitteln, psychosomatische Beschwerden, Essstörungen usw.) Beziehungs- und Verhaltensmuster zugrunde liegen, die ein verantwortliches und erwachsenes Verhalten verhindern oder erschweren und eine aktive Lebensgestaltung einschränken oder gar verunmöglichen. Wir wollen unseren Patienten und Patientinnen helfen, ungünstige oder destruktive Beziehungs- und Verhaltensmuster zu erkennen und so zu verändern, dass ein selbstbestimmtes, den sozialen und rechtlichen Gegebenheiten angepasstes und erfülltes Leben möglich wird.

Zielgruppen

Einzelne, Paare, Eltern: Wir nehmen Patienten und Patientinnen ab 16 Jahren mit einer Suchtmittelabhängigkeit oder einer Verhaltenssucht auf. Auch Paare können bei uns eine Therapie machen. Zudem sind wir auch gut geeignet für Leute, die Kinder haben und diese während der Therapie regelmässig sehen möchten.

Sucht und Trauma: In den letzten Jahren wurde uns immer klarer, dass Menschen, die eine starke Suchtmittelabhängigkeit aufweisen, oftmals stark traumatisierende Lebenserfahrungen erlitten und daraus folgend eine Traumafolgestörung entwickelt haben. Die Traumatisierungen und ihre Folgen werden im Therapieprozess angemessen berücksichtigt.

Sucht und Migration: Viele Patienten/Patientinnen mit Suchtproblemen haben einen Migrationshintergrund. Deshalb haben wir vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit dem BAG dieses Thema im Rahmen eines Projekts umfassend bearbeitet. Betroffene mit komplexen Migrationserfahrungen können deshalb bei uns die angemessene Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse erwarten (z.B. Unterstützung beim Verbessern der Sprachkompetenz, sozialarbeiterische und juristische Hilfe im Umgang mit Behörden etc.).

Entwickeln positiver Lebensziele

Durch das Zusammenwirken von verschiedenen Disziplinen wie Medizin, Psychotherapie, Sozialpädagogik, Berufs- und Sozialberatung, Arbeitsagogik soll den Hilfesuchenden ein möglichst ganzheitliches Angebot an professioneller Hilfe zur Verfügung stehen. Dabei wird das Ziel einer beruflichen und sozialen Rehabilitation im Rahmen eines individuellen Therapieplanes verfolgt. Dieser Therapieplan berücksichtigt die jeweiligen Probleme, Fähigkeiten und Möglichkeiten des Einzelnen und unterstützt den Aufbau einer befriedigenden und sinnvollen Lebensperspektive.

Regeln

Das Zusammenleben in unseren Häusern untersteht verbindlichen Regeln, der sogenannten Hausordnung. Ziel dieser Hausordnung ist es, das Zusammenleben so zu organisieren, dass für alle die Therapie möglichst zielgerichtet und erfolgreich gestaltet werden kann. Sie regelt die Rechte und Pflichten der Bewohner und Bewohnerinnen. Die zwei wesentlichen Punkte der Hausordnung sind:
Keine Drogen und kein Alkohol im Haus; keine physische und keine verbale Gewalt gegen Andere.

Therapiedauer

Die Therapiedauer richtet sich nach den individuellen Voraussetzungen und dem persönlichen Therapieverlauf des jeweiligen Patienten. Für den stationären Teil rechnen wir mit einer Dauer von vier bis sechs Monaten. Die daran folgende Nachbetreuung wird individuell festgelegt. Ein längerer Therapieverlauf ist unter gewissen Voraussetzungen (z.B. bei Patienten aus dem Massnahmenvollzug oder von der Jugendanwaltschaft) möglich. Über die Therapiedauer wird gemeinsam (Patient, Team, Kostenträger und zuweisende Stellen) nachgedacht und entschieden.

Therapieverlauf

Die Therapie gliedert sich in drei Phasen: die Stabilisierungs- und Abklärungsphase, die Neuorientierungs- und Trainingsphase und die Aussenorientierungsphase. Es finden regelmässige Standortgespräche statt, an denen die Bezugspersonen und der Patient/die Patientin den Therapieverlauf auswerten und die nächsten Schritte besprechen.

Je mehr Eigenverantwortung jemand für sein Leben übernehmen kann, desto selbständiger gestaltet er oder sie den Alltag. Selbständigkeit bedeutet aber nicht nur Freiheit und Unabhängigkeit, sondern eben auch das zuverlässige Wahrnehmen von Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten (z.B. soziale Kontakte pflegen, aktive Freizeitgestaltung, entwickeln einer beruflichen Perspektive etc.).

Nachbetreuung

Im Anschluss an die stationäre Therapie ist es wichtig, eine geregelte Nachbetreuung zu absolvieren. Diese kann in einer unserer Einrichtungen in Brugg oder Windisch (siehe Betreutes Wohnen) oder auch an einem anderen Ort -sei dies ambulant oder teilstationär- erfolgen.

 

Eintritt

Falls Jemand bei uns in die Therapie eintreten möchte, so muss er oder sie zu einem Informationsgespräch kommen. Am besten nehmen Sie telefonisch (Tel 062 88699 50) Kontakt mit uns auf oder Sie melden sich per Mail (egliswil@sozialtherapie.ch).
Anschliessend an dieses Gespräch wird entschieden, ob wir eine Aufnahme befürworten. Falls auch der Bewerber oder die Bewerberin bei uns eintreten möchte, wird das weitere Vorgehen je nach Lage abgemacht.
Eine Aufnahme setzt voraus, dass der/die Betreffende unser Konzept und unsere Hausordnung akzeptiert und bereit und fähig ist, am Therapieprogramm der Klinik teilzunehmen.
Für den definitiven Eintritt muss der körperliche Entzug erfolgt sein und eine Kostengutsprache der Krankenkasse vorliegen.

Aufnahmebedingungen

  • Der Eintritt erfolgt über eine Entzugsklinik oder eine vergleichbare Einrichtung nach dem körperlichen Entzug
  • Patienten mit Verhaltenssüchten können direkt in die Therapie eintreten, da ein körperlicher Entzug nicht notwendig ist
  • Das Informationsgespräch in der Klinik in Egliswil hat stattgefunden
  • Die Kostengutsprache liegt vor

 

Kosten

Stationäre Entwöhnungstherapie Kanton Aargau / Ausserkantonal
Therapiekosten gemäss TARPSY und KVG Die Therapiekosten werden von den Krankenkassen und dem Wohnsitzkanton übernommen.  Der Spitalkostenbeitrag, der vom Patienten, der Patientin übernommen werden muss, beträgt CHF 15.-/Tag. Dazu kommen je nach Situation die Franchise und 10% Kostenbeteiligung (bis max. CHF 700/Jahr).
Nebenkosten pro Tag Ca. CHF 23.- (für Reisespesen, Freizeitgeld, Hygieneartikel, Kleiderkosten, Handykosten etc.)
Können die Nebenkosten nicht selbst bezahlt werden, muss ein Gesuch an die zuständige Sozialbehörde gestellt werden.

Die Klinik für Suchttherapie ist von den Krankenkassen und dem Kanton Aargau anerkannt.
(Konkordats-Nr. 0 7155.19)

 

Kontakt

Therapie Egliswil
Hutmattenweg 11
5704 Egliswil

Tel.: 062 886 99 50
Fax: 062 886 99 60
E-Mail: egliswil@sozialtherapie.ch


Lageplan

Hier finden Sie unseren
Lageplan auch als PDF:
Lageplan Therapie Egliswil

Kontaktformular

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