Betreuungskonzept

Hier finden Sie unser Kurzkonzept als PDF: Kurzkonzept Betreutes Wohnen

Grundsätzliches

Unser Angebot richtet sich an erwachsene Menschen mit Sucht- und/oder anderen psychosozialen Problemen, die im Anschluss an eine stationäre Therapie oder an eine Entzugsbehandlung Unterstützung und Begleitung auf dem Weg in die Selbständigkeit brauchen. Das Betreute Wohnen bietet an den Standorten Windisch und Brugg mindestens 16 Übergangs- und Langzeitplätze an.

Das Betreute Wohnen Windisch und Brugg ist eine Einrichtung der Stiftung für Sozialtherapie und arbeitet mit der ebenfalls zu Stiftung gehörenden Klinik für Suchttherapie zusammen.

Voraussetzungen für den Aufenthalt im Betreuten Wohnen Windisch und Brugg

Unsere Klientinnen und Klienten bringen die Fähigkeit und Bereitschaft mit

  • sich im Alltag selbständig zu bewegen und zu organisieren
  • sich auf den Integrationsprozess einzulassen
  • sich an die Hausregeln und den Betreuungsvertrag zu halten

Sie sind körperlich in der Lage die Treppen zu den Wohnungen zu bewältigen und brauchen keine regelmässigen medizinischen Pflegeleistungen.

Aufnahmebedingungen sind

  • vollständiger körperlicher Entzug
  • in der Regel abgeschlossene stationäre Therapie
  • gültige Kostengutsprache vom Kostenträger oder bewilligter Antrag auf Ergänzungsleistungen bei IV-Rentnerinnen und IV-Rentnern im Langzeitwohnen
  • externe Tagesstruktur von mindestens 60% oder stundenweise externe Beschäftigung an allen 5 Werktagen der Woche vorhanden
  • abgeschlossenes Aufnahmeprozedere – schriftliche Bewerbung – Vorstellungsgespräch
  • negative Drogen- und Alkoholscreening bei Eintritt

Der Eintritt kann freiwillig, d.h. ohne rechtliche Auflagen oder bspw. im Rahmen des Massnahmenvollzugs nach Art. 60 StGB oder im Rahmen einer Fürsorgerischen Unterbringung FU erfolgen. Aufnahmen mit gesetzlichen Auflagen erfolgen nur nach Vorliegen einer entsprechenden Verfügung der zuständigen Behörde. Jugendliche unter 18 Jahren werden auch mit Auflagen der Jugendanwaltschaft oder des Jugendgerichts aufgenommen. Das Einverständnis des Inhabers oder der Inhaberin der elterlichen Sorge muss schriftlich vorliegen.

Zielsetzungen des Aufenthalts im Betreuten Wohnen

Einüben und stabilisieren einer ausgewogenen Lebensgestaltung unter Alltagsbedingungen:

  • Erweiterung und Erprobung von Selbständigkeit und Eigenverantwortung im lebenspraktischen Bereich, wie bspw.
    • Bewältigung einer eigenen Haushaltführung
    • Einhalten des Budgets
    • Selbständige Erledigung der administrativen Pendenzen
  • Integration in ein positives soziales Umfeld wie bspw.
    • Aufbau und Pflege eines unterstützenden sozialen Netzes
    • Ausgewogene Freizeitgestaltung
  • Integration in ein positives berufliches Umfeld wie bspw.
    • Konstantes Wahrnehmen einer externen Tagesstruktur
    • Entwickeln einer beruflichen Perspektive
    • Beginn einer Ausbildung
    • Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt
  • Regelung der zukünftigen Wohn- und Lebenssituation

Angebot

Betreutes Wohnen Brugg
 

Das Betreute Wohnen bietet an den Standorten Windisch und Brugg mindestens 16 Plätze in 5 Wohnungen an, die Häuser liegen zentral in Wohnquartieren und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. In jeder Wohnung leben drei bis vier Personen. In der Regel stehen Einzelzimmer zur Verfügung. Küche, Bad und weitere Räumlichkeiten wie bspw. Waschküche, Sauna, Keller, Estrich oder Garten werden miteinander oder in Absprache mit dem Team genutzt. Den Wohnalltag gestalten und organisieren die Klientinnen und Klienten weitgehend selbständig.


Generelles Programm und allgemeine Rahmenbedingungen:

In den wöchentlichen Haus- und Wohngruppensitzungen werden Fragen des Zusammenlebens, der beruflichen und sozialen Integration, des Freizeitverhaltens etc. besprochen.

Einzelgespräche werden regelmässig mit der fallverantwortlichen Bezugsperson geführt. In diesem Rahmen werden individuelle Themen, die Phasen des Integrationsverlaufs sowie aktuelle Frage- und Problemstellungen bearbeitet.

Unser Angebot Sozialdienst hilft Klientinnen und Klienten des Übergangswohnens bei Bedarf im Umgang mit Behörden, bei Berufsabklärungen, bei Problemen mit Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen und unterstützt bei administrativen Aufgaben, wobei wir vor allem die Förderung der Eigen- und Selbständigkeit fokussieren.

Ab dem Eintritt ist eine externe Tagesstruktur von Vorteil. Wir können bei Bedarf jedoch übergangsweise eine Interne Beschäftigung im Bereich Housekeeping/Gartenarbeit und im Rahmen einer Bewerbungswerkstatt Hilfe bei der Stellensuche anbieten.

Die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Kostenträgern, Ärztinnen, externen Psychotherapeuten sowie Fachdiensten ist uns ein zentrales Anliegen. Aus diesem Grund finden bei Bedarf regelmässige Vernetzungsgespräche statt.

Als sinnvoll erachten wir auch die Zusammenarbeit mit für die Klientinnen und Klienten bedeutsamen Personen. Wunsch und Einverständnis der Klientinnen und Klienten vorausgesetzt, beziehen wir Familienangehörige sowie Partnerinnen und Partner etc. in den Integrationsprozess mit ein.

Alle Klientinnen und Klienten übernachten unter der Woche im Haus. Sie bestimmen selbst, wann sie abends aus dem Ausgang zurückkehren. Die Wochenenden können gemäss den Vorgaben der individuellen Aufenthaltsphase und der Hausregeln extern verbracht werden. Die Hausregeln des jeweiligen Standortes sind für alle Klientinnen und Klienten verbindlich und werden zusammen mit dem Betreuungsvertrag unterzeichnet.